Die Offenbacher Jugendrichter berichten

Das Jugendstrafrecht wird bei Jugendlichen zwischen 14 und 18 Jahren (in Ausnahmen bis 21 Jahren) angewendet. Kinder unter 14 Jahren sind strafunmündig, können also nicht bestraft werden. In Offenbach ist ein Haus des Jugendrechts für dieses Jahr geplant. Bislang sind die drei Jugendrichter am Amtsgericht Offenbach für die Jugendlichen zuständig.

Die Jugendrichter Yvonne Duttiné und Dirk Waßmuth berichten der Offenbach Post aus ihrem Arbeitsalltag. Yvonne Duttiné beschreibt: „Das Aggressionspotential der Täter ist größer geworden.“ Und die Verfahren sind viel komplexer geworden. Dirk Waßmuth erklärt, dass zwischen dem Eingang der Akten und der Hauptverhandlung im Durchschnitt 6 Monate vergehen. Das sind 1 bis 2 Monate mehr als an anderen Gerichten. Es werden mehr Jugendrichter benötigt, damit schneller auf Straftaten reagiert werden kann.

Die Jugendkriminalität ist in Offenbach eher rückläufig und folgt damit dem allgemeinen Trend. Was die Täter anbetrifft sind sich die Jugendrichter einig: „Personen mit Migrationshintergrund sind überrepräsentiert.“ EU-Ausländer sitzen dabei aber kaum noch auf der Anklagebank. Auch beim Bildungshintergrund gibt es eine klare Aussage: „Wir freuen uns über jeden Angeklagten, der einen Hauptschulabschluss hat“, sagt Duttiné.

Zielsetzung des Jugendstrafrechts ist nicht die Strafe, sondern die Erziehung. Die Jugendrichter haben verschiedene Sanktionsmöglichkeiten, wie gemeinnützige Arbeit, Weisungen und Arrest. Aber auch Freiheitsstrafen von 6 Monaten bis 10 Jahren sind im Jugendstrafrecht vorgesehen.

Hier geht es zum Artikel in der Offenbach Post vom 3.2.2017.

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