Antworten von Peter Schneider

1. Welches Problem sehen Sie bei der Kinderbetreuung in Offenbach und wie würden Sie es lösen?

Zunächst wird es in der wachsenden Stadt wichtig sein, in ausreichender Zahl Betreuungsplätze anzubieten – sowohl bei der Betreuung U 3 als auch in Kitas und bei der Nachmittagsbetreuung in den Schulen. Das bedarfsgerechte und möglichst wohnortnahe Angebot muss vorhanden sein, bevor die Familien in neue Baugebiete einziehen.

Die Sprachförderung ist ebenso auszubauen wie das Entstehen einer vielfältigen Betreuungslandschaft, die verschiedene Wege der Persönlichkeitsentwicklung und Entfaltung bietet. Und die Flexibilität bei den Zeiten bietet.

Schließlich bedarf das Errichten einer echten inklusiven Betreuungsinfrastruktur besonderer Anstrengungen.

Ein Oberbürgermeister kann solche Probleme und Aufgaben nicht alleine „lösen“ oder bewältigen. Er kann aber in Verwaltung und Stadtkonzern dafür sorgen, dass die Prioritäten richtig gesetzt werden und alle in die gleiche Richtung an einem Strang ziehen.

2. Was muss für die Schulen in Offenbach getan werden und wie wird Ihr Engagement dabei aussehen?

Die noch nicht sanierten und erweiterten Schulen müssen Zug um Zug ertüchtigt werden. Zudem müssen wir in den kommenden 15 Jahren Grundschulen und vielleicht auch eine weiterführende Schule neu errichten. Die Fröbelschule muss schnellst möglich am neuen Standort gebaut werden.

Die erhöhte Lehrerzuweisung nach Sozialindex muss beibehalten, die Nachmittagsbetreuung ausgebaut werden. Wir werden auch mindestens eine weitere Schule zu einer Integrierten Gesamtschule weiterentwickeln müssen.

Erziehung und Bildung hat in meiner kommunalpolitischen Arbeit von jeher Priorität. Ich werde darauf achten, dass die Schulen nicht für prestigeträchtige Stadtentwicklungsprojekte zurückstehen müssen.

3. Was brauchen Kinder und Jugendliche in Offenbach in puncto Freizeit?

Sie brauchen Räume, in denen sie sich entfalten können, z. B. in Jugendzentren. Und sie brauchen kulturelle und musische Angebote, z. B. bei der Jugendkunstschule und der Jugendmusikschule. Daneben müssen die Sportvereine attraktive Angebote machen können, die zum zunehmend auch auf den Nachmittag ausgerichteten Schullandschaft passen und mit dieser verzahnt sind.

4. Was ist für Familien in Offenbach sonst noch wichtig und wie wollen Sie sich dafür einsetzen?

Ich möchte, dass aus der „Arrival City“ eine Stadt zum Bleiben wird. Für alle, die hier leben. Dafür brauchen wir bezahlbaren Wohnraum und passende Wohnangebote für unterschiedliche Lebensentwürfe, für Seniorinnen und Senioren und für Behinderte. Und wir brauchen eine gesunde Stadt, in der genügend Naherholungs- und Grünflächen vorhanden sind, die Luft sauber ist, der Lärm reduziert wird und die sich gegen den Klimawandel Zug um Zug resilient macht.

http://www.stadtzumbleiben.de/